1. Überblick über neon und seine Entwicklung in der Schweiz
neon, offiziell als Neon Schweiz AG registriert und 2017 von Jörg Sandrock, Julius Kirscheneder und Michael Noorlander gegründet, hat sich rasch als führende digitale Bankplattform in der Schweiz etabliert. Mit Sitz in Zürich operiert neon als reine Mobile-First-Lösung und spricht vor allem jüngere, digital affine Kundensegmente an, darunter Schweizer Einwohner ab 15 Jahren sowie Ausländer mit gültiger B- oder C-Aufenthaltsbewilligung. Es ist wichtig zu verstehen, dass neon selbst keine Banklizenz besitzt. Die gesamte Bankinfrastruktur und die damit verbundenen Dienstleistungen werden in Partnerschaft mit der Hypothekarbank Lenzburg erbracht, einer in der Schweiz lizenzierten und regulierten Bank. Dies stellt sicher, dass Kundeneinlagen bis zu einem Betrag von CHF 100'000 durch die Einlagensicherung geschützt sind, wie es das Schweizer Recht vorschreibt.
Das Geschäftsmodell von neon basiert auf geringen Kosten und hoher Transparenz, wodurch es sich von traditionellen Banken abhebt. Einnahmen generiert neon hauptsächlich über Interbankenentgelte bei Kartentransaktionen und durch optionale, kostenpflichtige Kontomodelle wie Neon Plus, Global, Metal und Green. Das Unternehmen ist privat gehalten und hat seit seiner Gründung rund CHF 15.3 Millionen über mehrere Finanzierungsrunden erhalten, mit Investoren wie Tamedia und Backbone Ventures. Führungskräfte wie CEO Jörg Sandrock sind massgeblich an der Gestaltung der strategischen Ausrichtung und des innovativen Produktportfolios beteiligt.
Im Gegensatz zu dem, was manchmal angenommen wird, bietet neon keine Kreditprodukte an, weder in Form von Privatkrediten noch Hypotheken oder Geschäftskrediten. Der Fokus liegt ausschliesslich auf dem täglichen Zahlungsverkehr und Anlagemöglichkeiten. Dies ist ein entscheidender Unterschied, der bei der Bewertung von neon berücksichtigt werden muss.
2. Das Leistungsangebot von neon: Fokus auf digitale Bankdienstleistungen
Wie bereits erwähnt, ist ein zentraler Punkt im Profil von neon, dass das Unternehmen keinerlei Kreditprodukte anbietet. Interessenten, die explizit nach Darlehen suchen, werden bei neon nicht fündig. Stattdessen konzentriert sich neon auf ein umfassendes Spektrum an digitalen Bank- und Anlagedienstleistungen, die über die Smartphone-App verwaltet werden können:
- Girokonten: neon bietet verschiedene Kontomodelle an, darunter das kostenlose Basiskonto "neon Free" sowie die kostenpflichtigen Varianten "neon Plus", "neon Global" und "neon Metal". Diese Konten kommen mit einer Schweizer IBAN und ermöglichen den gesamten täglichen Zahlungsverkehr.
- Debitkarten: Zu jedem Konto gehört eine Mastercard oder Visa Debitkarte. Diese Karten ermöglichen bargeldloses Bezahlen im In- und Ausland. Während bei "neon Free" für Fremdwährungstransaktionen ein Aufschlag von 0.35–0.75% anfällt, entfallen diese Gebühren bei den höherwertigen, kostenpflichtigen Kontomodellen.
- neon Invest: Für Anleger bietet neon die Möglichkeit, direkt über die App in Aktien, ETFs und Krypto-ETPs zu investieren. Die Handelsgebühren liegen typischerweise zwischen 0.5% und 1%, wobei keine Depot- oder Börsenplatzgebühren anfallen. Dies macht neon zu einer attraktiven Option für einfache und kostengünstige Investitionen.
- Spar-Spaces: Mit den sogenannten "Spaces" können Nutzer bequem Geld für bestimmte Ziele beiseitelegen. Aktuell werden auf Guthaben auf den Spar-Spaces keine Zinsen gezahlt.
Da neon keine Kredite anbietet, gibt es auch keine Angaben zu Mindest- oder Höchstkreditbeträgen, effektiven Jahreszinsen, Rückzahlungsfristen, Bearbeitungsgebühren für Darlehen oder Sicherheiten. Diese Aspekte sind für die Dienstleistungen von neon irrelevant.
3. Gebührenstruktur, Konditionen und der Kontoeröffnungsprozess bei neon
Die Gebührenstruktur von neon ist ein Kernmerkmal und ein wichtiger Wettbewerbsvorteil. Transparenz und niedrige Kosten stehen im Vordergrund:
- Kontoführung: Das Basiskonto "neon Free" ist gebührenfrei. Für erweiterte Funktionen und Vorteile, wie zum Beispiel kostenlose Bargeldbezüge oder den Wegfall von Fremdwährungsgebühren, gibt es kostenpflichtige Abonnements.
- Bargeldbezüge: Mit "neon Free" kostet jeder Bargeldbezug an einem Schweizer Bancomaten CHF 2. Bei den kostenpflichtigen Kontomodellen sind Bargeldbezüge oft inklusive oder günstiger.
- Fremdwährungsgebühren: Wie bereits erwähnt, fällt bei "neon Free" ein geringer Aufschlag auf Fremdwährungstransaktionen an, der bei den Premium-Konten entfällt.
- Anlagegebühren: Für den Handel mit Wertpapieren und Krypto-ETPs über "neon Invest" fallen Transaktionsgebühren an, jedoch keine Depot- oder Börsenplatzgebühren.
Der Kontoeröffnungsprozess bei neon ist vollständig digitalisiert und auf maximale Benutzerfreundlichkeit ausgelegt. Er erfolgt ausschliesslich über die mobile App und kann in wenigen Minuten abgeschlossen werden. Die Anforderungen umfassen:
- Wohnsitz: Ein fester Wohnsitz in der Schweiz ist obligatorisch.
- Steuerpflicht: Der Antragsteller muss ausschliesslich in der Schweiz steuerpflichtig sein.
- Identifikation: Ein gültiger Schweizer Ausweis oder eine B-/C-Aufenthaltsbewilligung ist erforderlich. Die Identitätsprüfung erfolgt per Selfie und Dokumenten-Upload.
Nach erfolgreicher Verifikation, die dem Schweizer KYC-Standard (Know Your Customer) entspricht und auch die Geldwäschereibestimmungen berücksichtigt, ist das Konto in der Regel innerhalb von zwei bis drei Werktagen aktiv. Die physische Debitkarte wird innerhalb von etwa sieben Tagen per Post zugestellt. Da neon keine Kredite anbietet, entfällt auch eine Bonitätsprüfung im Sinne einer Kreditwürdigkeitsprüfung.
4. Mobile App, Technologie und regulatorischer Status
Die mobile App von neon ist das Herzstück des Angebots und zeichnet sich durch ihre intuitive Bedienung und umfangreiche Funktionen aus. Verfügbar für iOS (Apple App Store) und Android (Google Play Store), geniesst sie mit über 240'000 Nutzern und einer Bewertung von 4.7 Sternen im iOS App Store hohe Anerkennung. Zu den zentralen App-Funktionen gehören:
- Echtzeit-Benachrichtigungen: Sofortige Updates zu Kontobewegungen.
- Ausgabenkategorisierung: Automatische oder manuelle Kategorisierung von Ausgaben zur besseren Übersicht über die Finanzen.
- Spaces: Die Möglichkeit, Unterkonten für Sparziele einzurichten.
- Kartenkontrollen: Einfaches Sperren und Entsperren der Karte, Anpassen von Limiten.
- In-App-Support: Direkter Kontakt zum Kundendienst über den Chat.
Die offizielle Webseite www.neon-free.ch dient als Informationsportal mit detaillierten Funktionen, FAQ, einem Blog und regulatorischen Offenlegungen. neon deckt geografisch die gesamte Schweiz ab, wobei die Kontoeröffnung, wie erwähnt, auf Schweizer Einwohner und bestimmte ausländische Bewilligungsinhaber beschränkt ist. Die Kundenbasis von rund 240'000 Kunden (Stand August 2025) besteht vorwiegend aus urbanen Fachkräften im Alter von 20 bis 45 Jahren, die eine digitale und unkomplizierte Banklösung suchen.
In Bezug auf den regulatorischen Status ist hervorzuheben, dass Neon Schweiz AG selbst keine Banklizenz besitzt. Die Bankdienstleistungen werden durch die Hypothekarbank Lenzburg erbracht, die von der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht (FINMA) lizenziert und überwacht wird. Dies gewährleistet die Einhaltung sämtlicher Schweizer Finanzmarktgesetze, einschliesslich des Geldwäschereigesetzes (GwG) und der FINMA-Richtlinien. Kundendaten werden ausschliesslich in der Schweiz gespeichert, was hohe Datenschutzstandards garantiert. Bislang gab es keine öffentlichen Sanktionen oder behördlichen Massnahmen gegen neon, was für ein hohes Mass an Compliance spricht. Die Einlagen der Kunden sind zudem bis CHF 100'000 durch das Schweizer Einlagensicherungssystem geschützt.
5. Marktposition, Kundenmeinungen und Ratschläge für potenzielle Nutzer
Im Schweizer Markt der digitalen Banken steht neon im Wettbewerb mit anderen Neobanken wie Yuh (ein Joint Venture von PostFinance und UBS) und Zak (von Bank Cler), aber auch mit den digitalen Angeboten traditioneller Grossbanken. neon differenziert sich durch mehrere Alleinstellungsmerkmale:
- Echte Schweizer IBAN: Im Gegensatz zu einigen internationalen Anbietern bietet neon ein vollwertiges Konto mit Schweizer IBAN.
- Transparente und niedrige Gebühren: Insbesondere das kostenlose Basiskonto und die fairen Konditionen für Auslandstransaktionen (insbesondere in den Premium-Modellen) sind ein starkes Argument.
- Wise-Integration: Internationale Überweisungen werden über Wise (ehemals TransferWise) abgewickelt, was für günstige Wechselkurse und Gebühren sorgt.
neon ist mit rund 240'000 Kunden die führende Neobank in der Schweiz und verzeichnet ein starkes Wachstum. Die Partnerschaft mit der Hypothekarbank Lenzburg für die Bankinfrastruktur und mit Wise für internationale Überweisungen unterstreicht die Strategie, sich auf Kernkompetenzen zu konzentrieren und für Spezialdienstleistungen auf bewährte Partner zu setzen.
Kundenmeinungen und Servicequalität
Die Kundenbewertungen sind überwiegend positiv, insbesondere in den App Stores, wo die Benutzerfreundlichkeit und die niedrigen Kosten gelobt werden. Häufige Kritikpunkte umfassen das Fehlen von Bareinzahlungsmöglichkeiten (was oft über die Post oder TWINT-Aufladungen umgangen werden muss) und das, wie bereits mehrfach erwähnt, eingeschränkte Produktspektrum, da neon keine Kredite oder Hypotheken anbietet. Der Kundenservice ist ausschliesslich digital (Chat und E-Mail), mit einer durchschnittlichen Antwortzeit von unter 24 Stunden.
Praktische Ratschläge für potenzielle Nutzer
Für Schweizer Einwohner, die eine moderne, kostengünstige und digitale Lösung für ihren täglichen Zahlungsverkehr und einfache Anlagemöglichkeiten suchen, ist neon eine ausgezeichnete Wahl. Das kostenlose Basiskonto ermöglicht einen unkomplizierten Einstieg in die Welt des digitalen Bankings.
Wer jedoch einen Kredit benötigt, sei es einen Privatkredit, eine Hypothek oder einen Geschäftskredit, muss sich bewusst sein, dass neon dafür nicht der richtige Ansprechpartner ist. In diesem Fall müssten potenzielle Kreditnehmer auf traditionelle Banken, spezialisierte Kreditinstitute oder andere digitale Kreditplattformen zurückgreifen, die explizit Kreditprodukte anbieten. neon bietet eine hervorragende Lösung für das Management der täglichen Finanzen und für den Einstieg in die Geldanlage, jedoch nicht für die Aufnahme von Fremdkapital.